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16
Okt

Gefühl schlägt Hirn: Marken­geschichten wie ein Bestseller-Autor entwerfen

“Unser Hirn ist wie ein Zettelkasten, der Geschichten abspeichert”: Dieser scheinbar simple Grundsatz von Markenexperte Dr. Andreas Leistikow kann Unternehmen in die Lage versetzen, beim Verbraucher gezielt Emotionen zu wecken. Allerdings müssen dazu gleich einem literarischen Meisterwerk einige Grundsätze beachtet werden. Deren Kenntnis ist im Zeitalter, in dem Werbung nicht einfach nur digital, sondern zur Viralität verpflichtet ist, der entscheidende Wissensvorsprung, der zwischen Erfolg und Misserfolg entscheidet.

“Ein Geschäftsauftritt sollte aufgebaut sein wie ein guter Roman“, leitet Dr. Andreas Leistikow, Chefredakteur der ’markt intern’-Redaktion Parfümerie/Kosmetik, seinen packenden Vortrag zur Positionierung von „Marke im digitalen Zeitalter“ ein. Denn gleich eines literarischen Meisterwerkes wird auch ein Produkt oder eine Unternehmensmarke schnell, in Zeiten digitaler Reizüberflutung eher noch schneller, beiseite gelegt und abgestraft, wenn sie den Leser respektive Kunden nicht von Anfang an in ihren Bann ziehen. „Denn letztendlich sind es die Geschichten, die Emotionen auslösen, und die Emotionen wiederum sind es, die in einem Markt Alleinstellungsmerkmale erzeugen“, lautet die Folgerung Leistikows.

Das kommt nicht von ungefähr, seit Anbeginn der Zivilisation basiert soziale Interaktion auf dem Austausch von Geschichten: „Unser Gehirn ist ein einfacher Zettelkasten, der diese Geschichten abspeichert und mit Emotionen verbindet.“ Will man diesen Geschichtenfundus allerdings durch eine überzeugende Geschichte erwecken, gilt es, die der Konzeption eines literarischen Bestsellers gleichen Grundsätze zu beachten: ++ Gelingt ein fesselnder unverwechselbarer Einstieg? ++ Wer ist der Hauptdarsteller, wer der Hauptbotschafter? ++ Kann der Zuschauer bzw. Konsument mitfiebern? ++ Wer ist der Empfänger? ++ Sind ein roter Faden und ein Spannungsbogen vorhanden? Am Anfang des Skripts für den Marken-Bestseller aber steht die Frage, welche Geschichte überhaupt erzählt werden soll? Denn, so Leistikow, erst kommt die Geschichte, dann das Marketing: „Es geht nicht darum, sich im Marketing etwas auszudenken, sondern um eine stringente Botschaft; ein Stück Dramaturgie.“

Literarische Meisterhirne wie Shakespeare und Goethe wussten: Gut erzählte Geschichten überdauern die Jahrhunderte. Dr. Andreas Leistikow eröffnet den Zuhörern seines Vortrags in eindringlicher Wort-Bild-Sprache das ganze Spektrum der emotionalen Markenpositionierung, ohne die im Zeitalter der sozial-digitalen Vernetzung kein Produkt, keine Unternehmensmarke bestehen kann.